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Von Pforzheim nach Buenos Aires

An welcher Uni warst du? Wieso hast du diese Uni ausgewählt?

Ich habe mein Auslandssemester an der Universidad del Salvador (USAL) in Buenos Aires, Argentinien absolviert. Für mich stand fest, dass ich etwas Neues entdecken und auf einen anderen Kontinent wollte. Dazu kam, dass ich schon seit meiner Kindheit nach Südamerika wollte, am liebsten nach Brasilien. Ich hatte bereits während meiner Schulzeit schon 2 Jahre Spanisch, allerdings kein Portugiesisch, deshalb war relativ schnell klar, dass es ein spanischsprachiges Land wird. Dann habe ich ehrlich gesagt meinen Mitbewohner aus Bolivien gefragt, der mir zu Buenos Aires geraten hat, und als ich mich etwas mit der Stadt auseinandergesetzt hab, war ich gleich verliebt. 


Wie fandest du die Uni? Wie waren die Vorlesungen? War das Semester anstrengend und geprägt von Abgaben oder eher entspannt?

Die USAL hat mir alles in allem sehr gut gefallen. Es ist eine von vielen Privatunis in Buenos Aires und die Fakultäten sind im Zentrum verstreut. Das einzige Problem war die Wahl der Kurse. Die Listen die Online zu finden waren, waren leider veraltet und haben sich noch oft geändert und so gab es im Endeffekt auch leider kaum englische Kurse. Dadurch, dass ich kaum spanisch konnte, wäre daran fast mein Auslandssemester gescheitert, da lange nicht klar war, ob ich Vorlesungen belegen kann. Ich habe dann aber noch alles gegeben, um Spanisch zu lernen und vor Ort waren dann auch alle sehr hilfsbereit, sodass ich im Endeffekt die Hälfte meiner Kurse auf Spanisch und die andere Hälfte auf Englisch hatte und mir alles anrechnen lassen konnte. Dadurch, dass die USAL eine Privatuni ist, sind die Kurse sehr viel kleiner als an der Hochschule Pforzheim. Teilweise saßen wir nur zu zehnt in den Räumen, dadurch waren die Vorlesungen auch sehr interaktiv und eher wie Schulunterricht. Die Auslandsstudentinnen und Auslandsstudenten haben an der USAL das Glück, dass die Finals und Midterms so gut wie nie mitgeschrieben werden müssen, sondern nur Leistungen während des Semesters abgelegt werden. Deshalb habe ich sehr lange drauf gewartet, dass es stressig wird und natürlich musste ich auch mehrere Präsentationen (teilweise auch auf spanisch) halten oder Hausarbeiten abgeben, aber wenn man sich nur ein bisschen bemüht hat, hat man ziemlich einfach gute Noten bekommen, sodass man viel Zeit hatte Argentinien und Buenos Aires zu genießen und zu entdecken. 
 Wie war dein Studentenleben im Ausland? Wie fandest du die Stadt, in der du gelebt hast? Wie war die Unterkunft? In Buenos Aires wird es nie langweilig, es ist immer was los und gibt neue Dinge zu entdecken. Für Lateinamerika hat Buenos Aires den Ruf sehr europäisch geprägt zu sein, so erinnert die Architektur zum Beispiel viel an die von Paris. Die Stadt ist riesig groß und jeder Stadtteil ist einzigartig mit seinem eigenen Charakter. Also für rumsitzen war quasi keine Zeit. Dadurch, dass die Stadt riesig ist, braucht man aber auch überall mindestens eine halbe Stunde, wenn nicht eine Stunde hin, und man ist trotz super Öffis noch viel zu Fuß unterwegs. Zum Glück lag meine Unterkunft aber ziemlich zentral, sodass es kein großes Problem für mich war. Ich habe in einer Art WG-Haus mit 3 Stockwerken gewohnt. Insgesamt waren wir ca.17 Leute. Auf meinem Stockwerk waren wir allerdings nur zu viert. Wer und wie viele gerade in meinem Haus gewohnt haben, wusste ich nie so genau, aber ich habe mich zwischen einer großen Gruppe Brasilianern sehr wohl gefühlt, auch wenn ich mehr mit meinen Freunden von der Uni unternommen habe als mit meinen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern.


Welche Kulturschocks hattest du? Was hat dich im Ausland erstaunt? Woran musstest du dich erst gewöhnen? Kulturschocks gab es tatsächlich keine großen, woran ich mich allerdings gewöhnen musste (einfach, weil es anders ist, nicht schlechter), sind die Zeiten und das Essen. Gegessen wird seeehr viel Fleisch und Käse. Wenn man Essen geht, gibt es oft Burger, Pizza etc. und so gut wie nie Gemüse. Wer sich vegan ernähren will muss also ein bisschen suchen. Und die Zeiten sind deshalb anders, weil das Leben in Argentinien insgesamt einfach später stattfindet. So habe ich immer gescherzt, dass es eigentlich noch mehr als 4-5 Stunden Zeitverschiebung waren. Man trifft sich zum Kaffee (oder wohl eher Mate) trinken gegen 17-18 Uhr, zu Abend gegessen wird gegen 21-23 Uhr und im Club kommt man gegen 2-3 Uhr nachts an und geht demnach nicht vor 6-7 Uhr morgens nach Hause. So kommt es auch gerne mal vor, dass eine Vorlesung bis 22:30 Uhr geht. 


Wie fandest du das Land, in dem du warst? Argentinien ist ein traumhaftes und unglaublich vielfältiges Land. Von Schnee, Eis und Pinguinen im Süden, bis hin zu Felsen und Wüste im Nordwesten und Dschungelfeeling an den Iguazu Wasserfällen im Nordosten und mit Buenos Aires einer Millionenstadt, hat das Land wirklich alles zu bieten. Dabei sind die Entfernungen aber nicht zu unterschätzen. Wenn man beschließt das Land mit dem Bus zu reisen, kann es passieren, dass man 30 Stunden durchs komplette nichts fährt. Außerdem sind nicht zu vergessen die Menschen. Meine Vorstellung von super offenen, herzlichen und freundlichen Südamerikanern hat sich auf jeden Fall bestätigt, sodass ich auch einige enge Freundschaften zu den Locals schließen konnte. 
 Was ist deine liebste Erinnerung aus dem Auslandssemester? Irgendwelche Top Tipps, die du gerne teilen möchtest?

Für eine Lieblingserinnerung kann ich mich nicht entscheiden, davon gab es zu viele. Aber für mich war es, neben den Reisen und den alltäglichen Momenten, ein ganz besonderes Ereignis am Ende des Semesters zu meinem Geburtstag, alle meine Freunde noch ein letztes Mal bei mir zu haben und von Ihnen ein Fotoalbum überreicht zu bekommen, wo alle Fotos und tolle Erinnerungen zusammengetragen sind. 



Mein Top Tipps sind: 


1. Kümmert euch rechtzeitig um eine Wohnung (ich hatte Glück und habe schon aus Deutschland meine WG gefunden, aber viele sind Monate lang wöchentlich umgezogen). 


2. Lasst die Kurswahl auf euch zukommen (Die Listen online stimmen eh nicht und am Ende findet man immer etwas cooles).


3. Versucht im vornherein zumindest ein bisschen Spanisch zu lernen, je besser das klappt, desto einfacher fallen euch die Kurse und neue Kontakte zu knüpfen.
 4. Nutzt die Chance in Südamerika zu sein, wenn ihr die Möglichkeit habt. Auch die umliegenden Länder sind einzigartig und auf jeden Fall einen Besuch wert. 
 5. Und habt Spaß daran die Stadt zu entdecken, es lohnt sich!




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