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Auslandsbericht - Irland


Hätte ich die Wahl gehabt, wäre ich vermutlich nicht ins Ausland gegangen. Lange von Freunden, Familie und Freund weg zu sein ist schließlich immer schwierig und vor allem zu Zeiten von Corona befallen einen Zweifel. Ich hatte aber zum Glück keine Wahl, da ich Werbepsychologie und Media Management studiere und für das sechste Semester ein Pflichtauslandssemester vorgesehen ist – somit ging es für mich Mitte Januar nach Irland an die University of Limerick (UL).

Ich wollte von Anfang an nach Irland, da ich das Land von meiner Schul-Abschlussfahrt noch sehr positiv in Erinnerung trug und ich unbedingt in ein Englisch-sprachiges Land in Europa wollte. Also habe ich mich für Limerick beworben, das mir auch von der Studiendekanin empfohlen wurde, da man dort Zugang zu interessanten Marketing-Kursen hat.

Die Zeit vorher war recht aufregend und Nerven-raubend. Zum einen hat die Wohnheims-Zusage etwas auf sich warten lassen und es herrscht in Irland eine enorme Wohnungsknappheit. Zum anderen hat Corona zu der Zeit ordentlich in Irland gewütet, weswegen auch bis zum letzten Moment eher unklar war, ob es sich durch die eventuelle online-only-Unterrichtsform überhaupt lohnen würde, hinzuziehen. Tatsächlich war aber fast alles in Präsenz.


Die Uni und Unterkunft

First of all – der Campus der UL ist einfach mega! Viele Cafés, eine große Bibliothek, schöne Gebäude und nah an der Natur. Einziges Manko ist die fehlende Mensa, dafür ist aber von Subway bis Pub alles verfügbar. Ich bin in einem Studentenwohnheim auf dem Campus untergekommen und durfte stolze 800€ Miete pro Monat blechen, hatte dafür aber mein eigenes Bad in einer 6er WG. Wie gesagt – in Irland herrscht Wohnungskrise. Ich bin aber heilfroh, dass ich auf dem Campus gewohnt habe, da dieser etwas außerhalb von Limerick ist und Limerick als Stadt echt nicht sonderlich schön ist.

Die Uni hat ihren Studierenden echt sehr viel geboten und eine Riesenauswahl an Clubs und Societies gehabt. Außerdem gab es immer coole Event-Angebote. Im Pub gab es jeden Freitag die International Night mit DJ oder während des Semesters immer wieder Konzerte. Auf dem sogenannten Courtyard der UL gab es ebenfalls Konzerte während z.b. der Charity Week, die die einheimischen Studierenden hauptsächlich zum Saufen nutzen und dafür von den Profs sogar teilweise frei bekommen. Außerdem gab es dort dienstags einen Markt und andere Attraktionen wie z.b. einen kleinen Zirkus. Es war immer was los. Die Uni hat sich echt Mühe gegeben, die Zeit für uns Internationals schön und einfach zu gestalten


Das Studieren

Meine Auslandssemestererfahrung wurde leider ein bisschen getrübt durch den sehr großen Umfang an Uni-Abgaben. Ich hatte ungefähr 15 Leistungen aufgeteilt auf 5 Module, die ich erbringen musste. Von Individual Assignments, Klausuren und Gruppenarbeiten war alles dabei und diese zählten leider auch alle recht viel ins Gewicht der Noten.

Durch den Umfang und die Leistungen, die ich dann von Beginn Februar bis Ende durchgehend erbringen musste, wurde das Semester echt anstrengend und ich habe viel Zeit in der Bibliothek verbracht. Das war doch etwas deprimierend, vor allem wenn man die freudigen Berichte von Kommilitonen an ihrer Auslandsuni gehört hat, die fast gar nichts zu tun hatten. Die UL ist recht anspruchsvoll, man bekommt definitiv keinen Erasmus-Bonus und wird teilweise echt gefordert. Das mag jetzt alles sehr negativ klingen, aber es hat mir viel für mein Englisch und meine Hausarbeiten-Skills gebracht, wofür ich echt dankbar bin und die Themen der Abgaben waren auch echt spannend.


Das Reisen

Wegen des Workloads konnte ich auch nicht ganz so viel reisen wie gewollt. Aber auch ohne wäre es schwer geworden denn: Ohne Auto geht nicht so viel in Irland. Klar, die Städte erreicht man gut per Bus, aber viele Teile der Landschaft, für die Irland eigentlich steht, ist ohne Auto nahezu unmöglich zu erreichen und eins zu mieten ist erst bezahlbar ab 25. Das, was ich gesehen habe, fand ich dafür unfassbar schön und ich werde definitiv in 3 Jahren wiederkommen – dann aber um mit Auto die Insel zu bereisen.

Ich bin total verliebt in Dublin – die Stadt ist einfach Wahnsinn. An St. Patricks Day in Dublin zu sein, war auch echt eine gute Idee, denn das war definitiv ein Spektakel. Aber auch die Flecken Natur, die ich erreichen konnte, waren der Wahnsinn und genau deswegen liebe ich Irland. Die Uni hat an mehreren Samstagen auch Trips angeboten für je 30€, was auch sehr nice war.

Überall, wo ich war, durfte ich die Freundlichkeit der Iren erleben und die ist mit der Deutschen Mentalität echt nicht zu vergleichen. Zum Beispiel begrüßen alle einen sehr herzlich und fragen immer, wie es einem geht. Auch die Pub-Kultur ist einfach besonders, mit der Irischen Live Musik und den Menschen.

Zum Glück war Corona in Irland ziemlich schnell kein Thema mehr. Zwar hat es am Anfang sehr viele Auslandsstudenten erwischt, aber die Beschränkungen wurden ab März teilweise komplett aufgehoben. Das hat mir erst irgendwie Angst gemacht. Im Nachhinein hat es mir aber ein insgesamt echt cooles Auslandssemester ermöglicht.


Fazit

Ein Auslandssemester ist mit Sicherheit nicht einfach. Heimweh, Verzweiflung und allein im fremden Land zu leben ist echt eine Herausforderung. Aber wenn man genau das meistert, wächst man. Es ist echt eine Bereicherung für die persönliche Entwicklung. Man lernt so viele neue Menschen kennen, neue Kulturen und vielleicht sogar die ein oder andere Seite an sich selbst. Ich denke auch, dass es genau darum in einem Auslandssemester geht. Die Uni-Erfahrung nimmt man glaube ich eher nebenbei mit. Dementsprechend würde ich es definitiv empfehlen!

Ob ich speziell die UL empfehlen kann? Ja! Vielleicht hatte ich auch einfach Pech mit meinen Modulen, dass ausgerechnet diese so viele Abgaben hatten. Aber alles um die UL herum ist echt toll und Irland ist einfach einzigartig.


Ganz Liebe Grüße und Danke fürs Lesen!

Hannah <3